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Damit die Zeit, die man auf Reisen zubringt, schneller vergeht, hat der REISE-HERO für Sie eine Leseliste zusammengestellt. Hier finden Sie Literatur über das Reisen, die von Reisen erzählt oder deren Geschichte sich auf einer Reise entwickelt. 

„Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist.“
(Jean Paul, 1763 bis 1825)



Die Stimmen von Marrakesch – Aufzeichnungen nach einer Reise

Elias Canetti (1905-1994)

Das 1968 erschienene und zum Hauptwerk des Schriftstellers zählende vorliegende Buch fußt auf einer Reise, die Canetti 14 Jahre zuvor von London aus unternommen hatte. Aus der Distanz betrachtet dreht sich der Inhalt um Basare, um Bettler und Kamele, Schätze des Orients und es handelt vom Erzählen von Geschichten. 13 Erzählungen sind es, die den Leser und die Leserin in eine vergangene Welt entführen, von erzählerischer Freiheit geprägt, jedoch immer authentisch bleibend in orientalischer Bildhaftigkeit, duftend angereichert mit assoziativer Deutungsvielfalt. – Man riecht förmlich die Zeit und die Verhältnisse. Das Buch ist auch als Hörbuch erschienen, vom Autor in einer Aufnahme aus dem Jahr 1985 selbst für das Radio gelesen.

Die Stimmen von Marrakesch, Lesung des Autors, 2 CDs, Spieldauer ca. 140 Min., Der Hörverlag, München 2005

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Die Reise nach Petuschki

Wenedikt Jerofejew (1938-1990)

„Alle sagen: der Kreml, der Kreml. Alle haben mir von ihm erzählt, aber selbst habe ich ihn kein einziges Mal gesehen. Wie viele Male schon (tausende Male) habe ich im Rausch oder danach mit brummendem Schädel Moskau durchquert, von Norden nach Süden, von Westen nach Osten, aufs Geratewohl, von einem Ende zum andern, aber den Kreml habe ich kein einziges Mal gesehen.“ – Diese Sätze gelesen von Robert Gernhardt, Harry Rowohlt und Josef Bilous in einer Hörbuchausgabe sind schon ein Gewinn. Das Buch selbst (landläufig auch als Trinkerroman bezeichnet) ist es auch. Hier bleibt kein Auge trocken. Mit Witz und Charme treibt Jerofejew seinen Protagonisten Wenedikt quer durch Russland, der auf einer skurrilen Zugreise von Moskau nach Petuschki ein einziges Delirium durchlebt. Versteckte Anspielungen auf das damalige sowjetische Regime und die messerscharfe und gnadenlose Beobachtung russischer Obrigkeitshörigkeit und der selbstironische Umgang damit machen das Buch nicht nur gehört zu einem außerordentlichen Erlebnis.

Wenedikt Jerofejew, Die Reise nach Petuschki, Roman, aus dem Russischen von Natascha Spitz, 192 S., Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1998.

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Hotel Savoy

Joseph Roth (1894-1939)

Der frühe Roman spielt 1919 in Galizien in einem heruntergekommenen Hotel und stellt ein Zeitdokument um gestrandete Menschen einer Epoche dar. Das Hotel wird zur Metapher für die aus den Fugen geratene Welt nach dem Ersten Weltkrieg. Soldaten, Bankrotteure, Devisenschieber, Halbkünstler und leichte Mädchen sind die Figuren, die das Savoy in einem polnischen Städtchen nahe der russischen Grenze beherbergt. Wie immer entführt Roth seine Leserschaft in eine andere, in seine Welt, nimmt sie mit auf eine Reise. Roth fesselt mit einer klaren Sprache und einer Erzählgabe, wie sie nur wenige besitzen. – Alt, aber immer wieder gut.

Hotel Savoy, Joseph Roth, 123 S., Kiepenheuer und Witsch, Köln, 2006

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Hüben und Drüben - Geschichten von Grenzgängern

Beppo Beyerl

Elf Erzählungen sind es, die der 1955 in Wien geborene Autor (u. a. von Auslandsreportagen für Tageszeitungen) in dem Band „Hüben und Drüben“ vereint – ganz persönliche Geschichten von Menschen, die Grenzen überschreiten, manchmal nicht ganz freiwillig, manchmal vom Schicksal getrieben, aber immer von hüben nach drüben, von da nach dort, von Osten nach Westen. Da ist die „Geschichte eines Fußballers, der 1934 von Rapid Wien zu Slavia Prag wechselte, oder der abenteuerlich-tragische Lebensweg eines verarmten Grafensohnes aus Bratislava, der unter den Kommunisten Sekretär des slowakischen Hundezüchterverbandes wurde, bis er die Flucht ergriff und über Paris nach Wien gelangte – bis er ,überschnappte’ und wieder zurück in die Slowakei floh und nochmals zurück nach Österreich. Wo ist da noch hüben, wo drüben?“ – Ein Sammelsurium an einfühlsam verfassten skurrilen Biografien aus der Perspektive der Betroffenen erzählt.

Hüben und Drüben - Geschichten von Grenzgängern, Beppo Beyerl, 120 S., Verlag Sonderzahl, Wien, 2006

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Meine Reisen mit Herodot

Ryszard Kapuscinski (1932-2007)

Ryszard Kapuscinski, der polnische Ausnahme-Reporter und Reisejournalist, legte mit „Meine Reisen mit Herodot“ eine spannende Betrachtung seiner Arbeit vor. Der 1932 geborene und erst kürzlich verstorbene Schriftsteller (23. Jänner 2007) erzählt darin von seinem Beginn als junger Reporter im damals noch kommunistischen Polen, er erinnert sich – zum Beispiel an Herodots „Historien“, ein Buch, das ihm seine damalige Chefin in die Hand gedrückt hatte, und das ihn nicht mehr verlassen sollte – und verbindet seine Reisen, die ihn hauptsächlich nach Afrika oder Südamerika geführt haben, mit jenen des griechischen Geschichtsschreibers. Die flüchtige Erinnerung wird zum Postulat wie auch der Sinn für Details und die Sehnsucht, aus vielen Einzelgesprächen direkt am Geschehen ein umfassendes Bild einer regionalpolitischen Entwicklung aufzuschnappen. – „Ein wirklich großes Buch“ (Neue Züricher Zeitung) ­Auf Deutsch übersetzt wurde „Meine Resien mit Herodot“ übrigens von dem österreichischen Schriftsteller Martin Pollak. In der Monatszeitschrift „Datum“, Ausgabe 03/07, huldigte er seinem polnischen Freund und Kollegen: „Seit mehr als zwanzig Jahren übersetze ich also Kapuscinskis Werke, bislang elf Titel, am zwölften arbeite ich momentan, und es gibt ein paar Bücher, auf die ich ungeduldig warte, so zum Beispiel die Erinnerungen an sein heimatliches Pinsk. Ryszard nimmt einen besonderen Platz in meiner Bibliografie ein und auch in meiner Biografie.“

Meine Reisen mit Herodot, Ryszard Kapuscinski, auf Deutsch von Martin Pollack, 360 S., Verlag Eichborn, 2005

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Unterwegs

Jack Kerouac (1922-1969)

Der Roman mit dem Originaltitel „On The Road“ wurde 1957 veröffentlicht und gilt als Manifest der so genannten Beat-Generation. Für den Kultfilm „Easy Rider“ (1969) mit Peter Fonda und Dennis Hopper in den Hauptrollen diente er als literarisches Vorbild. Die beiden Protagonisten Dean Moriarty und Erzähler Sal Paradise begeben sich auf eine Reise durch die USA und Mexiko, um sich Rausch, Frauen, jedoch nicht Rock ‚n’ Roll, sondern Jazz hinzugeben. Mit Bussen, auf Pick-up-Pritschen oder mit gestohlenen Autos geht es quer mit den beiden Outlaws über den nordamerikanischen Kontinent und zurück, von New York City, über Chicago, Salt Lake City, Kalifornien nach Mexiko und nach New Orleans. ­– „Unterwegs“ zählt ohne Zweifel zu den wichtigsten Reiseromanen unserer Zeit.

Jack Kerouac, Einmalige Sonderausg., Deutsch von Thomas Lindquist, 379 S., Rowohlt-Taschenbuch-Verl., 2004

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Mein Lissabon - Was der Reisende sehen sollte

Fernando Pessoa (1888-1945)

Hätte Lissabon noch keinen Dichter, es könnte nur Fernando Pessoa sein. In „Mein Lissabon“  huldigt der große portugiesische Schriftsteller in Gedichten, Notaten und Reflexionen seiner Heimatstadt am Meer und führt uns in eine fremde Welt, durch die Gässchen, Kneipen und Cafés eines vergangenen Lissabon. Doch vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Winkel, wenn man Lissabon bereist, doch noch zu sehen. – Ein literarischer Stadtführer, der auch heute noch vergnüglich zu lesen ist und Lust auf eine Reise macht. Es ist vor allem die Sprache Pessoas, die den Erneuerer der zeitgenössischen Dichtung so unverzichtbar macht. – Ein Genuss nicht nur für Portugal-Reisende.

Fernando Pessoa, Mein Lissabon - ein Lese- und Bilderbuch, aus dem Engl. von Hans Jürgen Balmes und Sabine Dörlemann, 187 S., Verlag Ammann, 2001

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Touristen

das etwas andere Reisemagazin

„Touristen“ ist ein außergewöhnliches Reisemagazin, das viermal im Jahr erscheint. Nicht Reisetipps, sondern litererarische, künstlerische und journalistische Beiträge sind es, die das Heft prägen und den Blick auf die anderen Details lenkt, die das Reisen erst spannend machen. Jede Nummer bietet einen thematischen Schwerpunkt, der von verschiedenen Autoren unterschiedlich beleuchtet wird. Auftakt und Schlusspunkt jeder Nummer bildet jeweils ein Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, aufgenommen irgendwo der Welt.

Touristen - Magazin von Welt, erscheint vierteljährlich, Hrg. Verein zur Förderung der Fortbewegung, http://www.dietouristen.com/index.html

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