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Ein Kind ist unterwegs. – Die Freude ist groß, doch es tauchen mit Sicherheit eine Menge neuer Fragen auf. Viele Dinge erscheinen plötzlich in einem anderen Licht, so auch das Ticket für den Urlaub in die Karibik, das Sie vor wenigen Tagen gebucht haben: Darf ich denn in der Schwangerschaft überhaupt verreisen? Und wenn ja: Was kann ich dem Ungeborenen zutrauen, und was mir? – Da jede Schwangerschaft individuell abläuft, können kaum Pauschalratschläge erteilt werden. Eine bevorstehende Reise, vor allem, wenn es sich um Fernflüge handelt oder langwierige Autofahrten, sollten Sie unbedingt mit dem Arzt Ihres Vertrauens absprechen. Grundlegendes erfahren Sie jedenfalls hier.


Schwangere auf Urlaub sind keine Rabenmütter

Eine Reise während der Schwangerschaft ist womöglich für viele Jahre die letzte, bei der Sie  mit leichtem Gepäck unterwegs sein werden. – Nämlich ohne Windeln, Dreiradler, Schlauchboot und Playstation. Sie sollten allein schon deshalb diesen Urlaub so angenehm wie möglich gestalten, damit Sie ihn auch wirklich genießen können. Zudem dürfen Sie gar nicht zu viel Gepäck mit sich herumschleppen. Wenn Sie dennoch nicht auf das eine oder andere gute Stück verzichten wollen, überlassen Sie das Tragen anderen. Apropos: Verreisen Sie in schwangerem Zustand eher nicht allein, der Partner kann im Notfall helfen und die Rettung alarmieren. Damit dies nicht notwendig wird, vermeiden Sie im Urlaub Extremsituationen. Nehmen Sie das Wort Entspannung für bare Münze und verzichten Sie lieber auf die eine oder andere anstrengende Städtetour oder Wüstensafari. Weniger ist bekanntlich oft mehr, und mehr benötigen Sie auf jeden Fall: mehr an Ruhe und an stabilen klimatischen Verhältnissen. Die Schwangerschaft selbst kostet den Körper schon immens viel Kraft, muss er doch allein schon zwei ernähren. So verlangt er vermehrt auch Flüssigkeit. Zu viel Hitze entzieht ihm diese und schwächt Mutter und Kind. Vermeiden Sie deshalb anstrengende Sportaktivitäten sowie Sonnenbäder.

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Auswahl der Ziele

Die zu erwartenden Belastungen lassen sich immer direkt von den Reisedestinationen ableiten. Bedenken Sie bei der Auswahl Ihres Urlaubsziels, welche Strapazen Sie sich und Ihrem Kleinen zumuten wollen. Denn in fernen Regionen steht Ihnen anders als in Europa eine ambulante Behandlung nicht überall und sofort zur Verfügung. Extreme Klimawechsel belasten den Organismus ebenso wie der ungewohnte Speiseplan, Zeitverschiebung und Jetlag. Lassen Sie klimatische oder geografische Extreme außen vor (Himalaja-Besteigung, Wüstentour, Polarexpedition). Zu meiden sind aber auch Gebiete mit Vorkommen von Tropenkrankheiten. Zum Teil fügen dem Ungeborenen nicht nur die Krankheiten selbst, sondern auch schon die Prophylaxe Schaden zu. Zu den „verbotenen Impfungen“ zählen jene gegen Masern, Mumps, Röteln, Cholera und andere Tropenkrankheiten. Gegen Malaria sind einzelne Medikamente erlaubt, Ihr Arzt weiß Sie darüber ausführlich zu beraten.

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Fernziele – und welche Risiken sie bringen

Fernziele sind meist nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Im Normalfall stellt eine Flugreise für eine Schwangere kein Problem dar. Nicht fliegen sollte man allerdings in den ersten Wochen, ab der 36. Schwangerschaftswoche verhängen die Fluggesellschaften meist von selbst ein Flugverbot, mache schon ab der 32. (Beachten Sie dies auch bei der Buchung des Rückflugtickets!) Keinesfalls sollten Sie einen Flug in Erwägung ziehen bei Mehrlingsschwangerschaft, Placenta praevia, chronischen Herz- und Lungenerkrankungen, Thombopholie, Hämoglobinopathien. Tragen Sie wegen der erhöhten Thrombosegefahr Kompressionsstrümpfe. (Vorsicht bei der Einnahme von Aspirin, denn eine unterstützende Wirkung gegen Thrombose ist nicht erwiesen.) Reservieren Sie womöglich einen Gangplatz mit genügend Bewegungsfreiheit, um auch zwischendurch kurz aufstehen zu können. Ab der fünften Schwangerschaftswoche kann man im Allgemeinen bedenkenlos fliegen. Lassen Sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt beraten, falls es schon vorher Komplikationen gegeben hat. Bedenken Sie, dass ein Flug nicht gerade die komfortabelste Art des Reisens ist.

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Mit dem Auto oder mit dem Zug?

Autoreisen sind im Allgemeinen noch weniger komfortabel. Die Gurtenanlegepflicht gilt nämlich auch für Schwangere. Achten Sie darauf, dass der Gurt unterhalb der Bauchwölbung verläuft (Höhe der Schamhaargrenze), sodass das Kind nicht eingeschnürt wird oder dauerhafter Druck auf ihm lastet. Lange Autofahrten und ewige Staus sind auch nicht gerade förderlich, das Wohlbefinden zu steigern. Schockreaktionen durch Unfälle oder auch nur Notbremsungen können zu vorzeitigen Wehen oder Blasensprung führen. Die angenehmste und stressfreieste Art zu reisen bietet für werdende Mütter zweifellos die Bahn. Hier genießen Sie größtmögliche Bewegungsfreiheit und Komfort. Wägen Sie also gut ab, welche Art von Urlaub Sie sich und Ihrem Kind wirklich zutrauen wollen. Auch hier gilt: weniger ist manchmal wirklich bedeutend mehr.

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