
Lange Autofahrten stellen besonders für die kleinen Mitreisenden eine erhöhte Belastung dar. Schnell werden enger Kindersitz und trockene Luft zu unangenehmen Begleiterscheinungen. Dass Kinder dabei oft unruhig werden und ihren Unmut äußern, ist kein Wunder. Abhilfe versprechen kleine, aber häufiger eingeplante Pausen und vor allem Unterhaltung an Bord. Und die braucht nicht nur aus Playstation und Dvd-Player zu kommen.

Singend in den Urlaub
Mit der Kraft der eigenen Stimme lassen sich mehr Stunden vertreiben, als landläufig angenommen wird. Sammeln Sie z. B. aus dem Internet geeignete Liedtexte – kopiert, an die Fahrgästen verteilt und drauflos geträllert vergehen so manche Autobahnkilometer wie im Flug. Mit eigens dafür zusammengestellten CDs oder Musikkassetten können Sie schon ein kleines „Starmania“ im familiären Kreis veranstalten. Im Übrigen muntert das Singen auf, bringt den Kreislauf in Schwung und soll sogar die Immunabwehr stärken.


Märchenstunde im Auto und Fingerspiele
Sollte der Schwanengesang für den Fahrer belastend werden, kann man auf andere, weniger Lautstärke produzierende Ablenkungsmaßnahmen zurückgreifen. Das Vorlesen von Märchen gehört ebenso zu den probaten Mitteln, die Langeweile zu vertreiben wie auch die Vorbereitung der Kids auf die im Urlaub zu erwartenden Sehenswürdigkeiten. Allerdings ist beim Vorlesen das Risiko der Reiseübelkeit gegeben. Darüber hinaus gibt es eine Menge Spiele, für die Sie nicht einmal Utensilien benötigen. Stellen Sie bei extrem langen Autofahrten eine entsprechend lange Liste zusammen, mit der Sie Ihre Kinder auch nach mehreren Autobahnkilometern noch überraschen können. Ein paar Anregungen haben wir für Sie hier zusammengestellt, für die Sie lediglich die Finger Ihrer Hände benötigen oder die Augen – um die Beobachtungsgabe Ihrer Kids zu schulen.


Einige bekannte Beispiele
Dürfen, können, wollen, sollen
(Ab 3 Jahre, zum Vor- und Nachspielen: dabei lässt man die Finger nacheinander verschwinden und zum Schluss alle wieder erscheinen.)
„Fünf Finger tanzen ’rum. Der Daumen will nicht mehr - wie dumm!
Vier Finger tanzen ’rum. Der Zeigefinger darf nicht mehr - wie dumm!
Drei Finger tanzen ’rum. Der Mittelfinger soll nicht mehr - wie dumm!
Zwei Finger tanzen ’rum. Der Ringfinger kann nicht mehr - wie dumm!
Ein Finger tanzt noch ’rum. Das ist ihm zu dumm.
Da ruft er die übrigen vier - und schon sind sie hier!
Fünf Finger tanzen ’rum ...“
Die Horror-Monster-Finger-Show
(Ab fünf Jahre: Mit dem Prolog stellt der linke Zeigefinger die Finger der rechten Hand, beginnend beim Daumen, als Theaterfiguren vor. Entsprechend ihren Namen stellen die Finger einzelne sich bewegende Figuren in einem kurzen Fingertheaterstück dar.)
„Der Dicke hier, ganz ungestüm, ist das Oberungetüm.
Die Dünne da, recht schnell und fix, ist die Super-Wassernix.
Die Lange macht sich schief und krumm, es ist die kluge Hexe Wum.
Der Zarte hier, so hübsch und schmuck, das ist der böse Geisterpuck.
Und der Fipsel, schmal und klein, das ist der Doktor Schnipselbein.“
Handlesen - einmal anders
(Ab 3 Jahre, ein Handgefühlstest.)
Ein Spieler schließt seine Augen und hält dem Mitspieler die offene Handfläche entgegen. Dieser zeichnet ihm mit dem Nagel eines Fingers eine Figur in die Handfläche - anfänglich einfache Formen (Strich, Kreis), dann kompliziertere. Der „Bemalte“ muss die Figur mit seinem Zeigefinger danach nachzeichnen, danach Rollentausch.
Rotes drin, Blaues draußen
(Ab 3 Jahre. Dieses Spiel kann man auch ummünzen auf: „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst.“)
Vorbereitungen: aus Karton 22 Karten ausschneiden. Auf elf malen Sie einen Kreis, auf elf ein Viereck, jeweils in den Farben Rot, Blau, Gelb, Grün, Braun, Schwarz, Grau, Rosa, Violett, Orange und Weiß. Während der Fahrt werden nacheinander die Karten gezogen: Bei einem Kreis muss man einen Gegenstand derselben Farbe im Auto suchen, bei einem Viereck einen entsprechenden draußen. Wer am meisten entdeckt, hat gewonnen – möglicherweise eine kurze Rast ...
Zehn Kühe am Straßenrand
Während einer Autofahrt Dinge zu zählen ist gut gegen Langeweile. Geben Sie Anregungen, was gezählt werden kann: Kühe, Telefonzellen, Busse, gleichfärbige Autos usw. Geeignet für alle Kinder, die schon zählen können oder es eben erst lernen.
Die blaue Geschichte
(Ab 6 Jahre: Eine Geschichte zum Weiterspinnen. Alles, was in der Geschichte vorkommt muss die Farbe Blau haben. Sollte die Geschichte ins Stocken geraten, kann man eine neue beginnen – mit einer anderen Farbe.)
„Auf einer blauen, blauen Wolke sitzt ein blauer, blauer Mann. Der blaue, blaue Mann hat eine blaue, blaue Frau. Die blaue, blaue Frau hat ein blaues, blaues Kind. Das blaue, blaue Kind hat eine blaue, blaue Hose. Die blaue, blaue Hose, hat eine blaue, blaue Tasche. In der blauen, blauen Tasche ...“
Lore mit dem Ohre
(Ab 8 Jahre: Versedichten mit den Vornamen von Tieren – die Tiere bekommen Namen, auf die sich ein Wort reimen muss, das eine typische Bewegung dieses Tiers beschreibt.)
Die Katze, die heißt Lore und wackelt mit dem Ohre.
Der Esel, der heißt Franze und wedelt mit dem Schwanze.
Das Nilpferd, das heißt Ute und zeigt dir seine Schnute.
Der Tiger, der heißt Kalle und kratzt sich mit der Kralle.
Das Kälbchen, das heißt Heide und grast auf seiner Weide.